Es fing alles mit einer eMail in meinem Firmenpostfach an, in der ich von einem Schulungsunternehmen darüber informiert wurde, dass ich an einer kostenfreien Schulung und Zertifizierungsprüfung teilnehmen könne. Gegenstand der Schulung und Zertifizierung war MCITP 2008, der auf dem freien Markt etwa 5000€ kostet.
Allerdings müssen div. Bedingungen erfüllt werden, um die Schulung wahrnehmen zu können. Entweder, man ist über 55 (trifft auf mich nicht zu
), man ist “gering qualifiziert”, hat also weder eine abgeschlossene Ausbildung, noch eine höhere Schulbildung (trifft auf mich nicht zu
) oder man hat bereits seit 4 Jahren eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem entsprechnden Bereich, damit die Schulung zu einer Verbesserung der Qualifikation führen würde (trifft auf mich nicht zu
).
Leider trifft nichts davon auch mich zu, meine Ausbildung ist erst 3,5 Jahre her ;-(. Ich informierte mich also bei unserem angestammten Schulungsunternehmen, was ein MCITP bei Ihnen kostet, da ich diese Zertifizierung eh früher oder später ablegen wollte. Das Ergebnis war eine Zahl, die sich nicht gut mit dem Schulungsbudget vertragen hat, also keine Chance, die Schulung zum normalen Preis wahrnehmen zu können. Mein Berater beim Schulungsunternehmen gab mir aber den Tip mich bei der Bundesagentur für Arbeit zu informieren, angeblich machen die ggf. eine Ausnahme und würden die Kosten einer solchen Schulung übernehmen.
Ich also eine Mail geschrieben, dass ich mich dafür interessiere und was ich tun müsse, um eine solche Schulung zu erhalten. Die Antwort kam einen Tag später und sagte, dass eine solche Förderung natürlich möglich ist, ich mich aber mit einem Berater in Verbindung setzen müsse, um eine solche zu erhalten.
Ich also einen Beratungstermin haben wollen und die Hotline der BAFA angerufen um einen solchen zu bekommen. Wiedererwartend konnte ich aber keinen vereinbaren, da zuerst einige Dinge geklärt werden mussten.
Wie alt sind Sie?
Welcher ist Ihr beruflicher Werdegang?
Welche Sprachen sprechen Sie?
Was für Weiterbildungen haben Sie bisher besucht?
Haben Sie Zertifizierungen?
Haben Sie einen Führerschein?
Haben Sie ein eigenes Fahrzeug um zur Arbeit zu gelangen?
Was für einen Schulabschluss haben Sie?
Wie lautet Ihre Rentenversicherungsnummer?
Es waren noch einige weitere Fragen, die keineswegs benötigt werden, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Das Ende vom Lied, ich bekomme eine Mail (die Adresse wurde übrigens ebenfalls erfragt…) mit einem Terminvorschlag meiner zuständigen Sachbearbeiterin.
Ich erhielt also tatsächlich eine Mail, in der meine Betreuerin sagte, dass der nächste freie Termin der 29. September ist und dieser ja eigentlich unnötig ist, alles was ich zum Thema Schulung und Förderung wissen wolle, könne ich auch auf der Homepage nachschlagen. Ob ich nach wie vor einen Termin wollte. Ich ließ die Mail vorerst unbeantwortet.
Heute erhielt ich einen Brief von der BAFA, ich wäre ja seit dem 10.08.2010 als “Arbeit suchend” gemeldet und solle doch bitte die angehängten 25 Seiten an Formularen ausfüllen um die Einzelheiten zur ausstehenden Jobvermittlung zu klären. In den Formularen wird nach meinen Qualifikationen, Wunschberufen, Bereitschaft zum pendeln und anderem Scheiß gefragt. Auf einer Seite gibt es einen drei zeiligen Abschnitt, in dem man eintragen kann, was man beim nächsten Treffen mit dem Berater besprechen möchte.
Ich war erstmal Baff und wollte die Papiere gerade entsorgen und mich auf ewig von der BAFA verabschieden, als mir der Gedanke kam, dass das evtl. ein böses Nachspiel haben würde. Ich also nochmal bei der BAFA angerufen und erfragt, wie mein derzeitiger Status in der Datenbank der BAFA sei. Eine freundliche Mitarbeiterin teilte mir mit, dass das ganz normal sei, wenn man sich über Schulungen informiert, wird man ganz von alleine erstmal auf “Arbeit suchend” gesetzt und dann später händisch wieder auf “Rat suchend” umgestellt. Das Formular bekommen alle, die bei der BAFA anrufen. 0_o
Ich argumentierte dann, dass das aber eine Menge Informationen sind, die nicht unbedingt relevant sind, um mir meine Fragen nach einer geförderten Weiterbildungsmaßnahme zu beantworten. Darauf, die BAFA-Mitarbeiterin “Ja, das können Sie ja dann frei lassen”. 0_o 25 Seiten Papier, gebraucht sind diese drei Zeilen, in die Ich mein Anliegen eintrage…krass.
Ich denke, ich werde mir keinen Termin geben lassen und einen Haken an die Angelegenheit mit dem Titel “BAFA” machen…
George




