Category: Tiefgründiges


…und dann sowas

Hallo,

soeben geriet ein Artikel der “Lübecker Nachrichten” ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Thematisiert wird ein Besucher einer 8.Klasse bei der Bundeswehr, bei der sich der für die Führung zuständige Oberstabsfeldwebel offensichtlich sehr enthusiastisch über einen AGSHP äußerte. Er sagte in etwa folgendes “Er prahlte, dass das Schießkino tausendmal besser wäre als jedes Spiel auf der Konsole zu Hause”, was einige der Eltern mit den Worten “Wir versuchen unsere Kinder von Ballerspielen fernzuhalten – und dann passiert in der Kaserne so was!”.

Liebe Eltern, was habt Ihr erwartet, wo eure Kinder hingehen? In der 8. Klasse müssen, soweit ich informiert bin, noch alle Ausflüge von den Eltern genehmigt werden, keiner kann sagen, dass Sie nicht wussten, auf was Sie sich einlassen. Das ist kein Zoo oder ein Kunstmuseum, das ist die Verteidigungsarmee dieses Landes! Die Äußerung des Oberstabsfeldwebel ist doch absolut schlüssig, die Simulation innerhalb des AGSHP ist selbstverständlich viel realistischer, als der Shooter auf der Heimischen Konsole. Was er nicht hätte sagen sollen, ist das Wort “besser”, auch wenn ich hier mit Ihm übereinstimme.

Was mich persönlich aufregt, ist die Tatsache, dass wieder pauschalisiert wird, dass das Spielen von Computerspielen, nicht zwangsläufig “Killerspiele”, grundsätzlich potentielle Attentäter heranzieht und unschuldige kleine Schulkinder zu soziopatischen Amokläufern mutieren lässt. Grundsätzlich spielt jeder Amokläufer zuhause Killerspiele, ohne das es jemand wusste, ohne dass das jemand gemeldet hat oder ihm aus dem Strudel des Bösen herausgeholfen hat..Ich glaube es hackt!

Vorhin habe ich in einem Forum einen zum Thema passenden Kommentar gelesen, der genau meine Meinung widerspiegelt. “Nicht Killerspiele machen Amokläufer, Eltern machen Amokläufer”.

George

Menschen und was sie antreibt…

Servus,

meine verehrten Damen und Herrn Leser, hier melde ich mich wieder, nach etwas längerer Abwesenheit.

Der Grund für diesen Blogeintrag ist, dass ich Zeit habe, zuviel Zeit. Vor 6 Monaten waren diese Worte noch ein Ding der Unmöglichkeit, allerdings hat sich seit dem einiges geändert, z.B. habe ich mir seit dem ein Notebook zugelegt, ein Medion Akoya Mini E1210, welches ich vor kurzem beim Aldi erstehen konnte…ich halte es für einen fähigen Alltagsbegleiter…

…außerdem haben sich mein Arbeitgeber und meine Alltagskleidung geändert. Ich arbeite jetzt für einen massiv größeren Arbeitgeber, einen staatlichen, der mir einen langfristigen Arbeitsplatz bieten kann und sogar freiwillig für meine Verpflegung aufkommt, was will man mehr. Die Arbeitskleidung ist allerdings etwas fad…alles recht “grün”..um genau zu sein, flecktarn.

Ich befinde mich mehr oder weniger mitten im Grundwehrdienst. Meine Grundausbildung habe ich überlebt und so verrichte ich also nun meinen herkömmlichen Dienst als IT-Soldat.

Anfangs war ich froh, eine Stelle zu erhalten, in der ich meine beruflichen Fähigkeiten auch anwenden konnte, was beim Bund bei weitem nicht selbstverständlich ist. Ich habe Kameraden (was ein anderes Wort für “Mitgefangener” ist ;-) ), die trotz einer vorangegangenen Ausbildung als KFZ-Mechatroniker als Schreibkraft eingesetzt wurde).

Mittlerweile wurde ich aber eines besseren belehrt. Ich hätte genau so gut in eine andere beliebige Abteilung gesteckt werden können, ohne dass sich mein Tätigkeitsfeld wesentlich verändert hätte. Ich hatte mir ausgemalt, etwas sinnvolles zutun, evtl. bei der Systemadministration zu assistieren oder produktiv in einer anderen Abteilung eingesetzt zu werden, effektiv halt, ne?!?

Die Realität sieht aber anders aus…eigentlich tue ich sogar gar nichts…sobald mein Dienst beginnt, setze ich mich zu meinen Kameraden an einen Tisch, um dort zu warten, dass ich von meinem Vorgesetzten einen Auftrag erhalte…der bedauerlicher Weise, bis auf wenige Ausnahmen, nicht kommt. Wenn ein Auftrag kommt, hat dieser meist damit zu tun, dass etwas von A nach B muss, oder von B wieder zurück.

Generell tut man bei der Bundeswehr nicht allzu viel, während der Grundausbildung findet man sie aufs übelste Scheiße, danach sehnt man sich nach etwas Action, um den tristen Alltag los zu werden.

Was macht man, wenn man zu viel Zeit und zu wenig zu tun hat? Ich weiß nicht, was Ihr macht, aber ich denke nach. Seit neustem über ein Thema, auf das ich von dem Buch gebracht wurde, welches ich gerade, übrigens während der Dienstzeit, lese. Das Buch heißt “Forgotten Realms 13 – Schwarzer Zauber” von R.A. Salvatore. Wie sich anhand des Namens einfach erkennen lässt, ist es der 13. Teil der “Forgotten Realms” Reihe, ein Urgestein in Sachen Fantasy.

Innerhalb dieser Reihe gibt es einen Charakter, einen Meuchelmörder, Artemis Entreri, der aufgrund bestimmter Umstände gezwungen wird, seine Ziele im Leben zu überdenken. Das bringt mich zu der Frage, ob es so etwas überhaupt noch gibt, das Menschen Zeile vor Augen haben, die es im Leben zu erreichen gilt.
Quasi der persönliche Sinn des Lebens, das, was man erreichen muss, um sagen zu können, dass man glücklich sterben kann.

In einem jungen Leben sind diese Ziele mehr oder weniger klar, einen Schulabschluss bekommen, einen Beruf erlernen, sofern möglich, Astronaut, Tierärztin, Feuerwehrmann oder schlicht und ergreifend Deutschlands nächster Superstar, aber was dann, wenn man nun einen Beruf hat, eigenes Geld verdient und die Tage anfangen, einander mehr zu gleichen, als man das vielleicht will.

Was, wenn das gesteckte Ziel erreicht ist? Genau, ein neues Ziel muss her, evtl. die eigene berufliche Qualifikation verbessern, einen höheren Schulabschluss erwerben oder eine Fremdsprache lernen. Das Probleme an solchen Zielen, ist Ihre kurzfristige Erreichbarkeit. Was nach der Fremdsprache? Was nach dem Schulabschluss? Klassische Ziele sind Haus, Boot, Sportwagen, Karriere machen…und nicht zu vergessen das Finden der wahren Liebe und das Gründen einer Familie (z.T. in anderer Reihenfolge :-) )

Ich denke, es gibt keine großen Ziele (mehr) im Leben der Menschen von Heute, zumindest habe ich keines, keines was ich als “Erfüllung” meines Lebens bezeichnen würde, nichts, was ich bräuchte um glücklich zu werden.

Noch 120 Tage, bis ich meinen Grundwehrdienst beendet habe, danach steht das nächste “kleine” Zeil bevor…eben die berufliche Qualifikation verbessern, ggf. die Fremdsprache…

…aber ein großes Ziel fehlt mir dennoch…

George

Hallo,

ich arbeite in der IT-Branche, das haben die meisten der regelmäßigen Besucher dieses Blogs schon mitbekommen. Ich sitze da also in meinem Büro (wir haben durchsichtige Glastüren) und in regelmäßigen Abständen kommen Leute mit mehr oder weniger wichtigen Fragen oder Bitten zu mir, oder um mir zu sagen, dass dieses oder jenes nicht funktioniert (oder mir einfach nur sagen wollen, wie toll ich doch bin ;-) ).

Alle diese Menschen haben ähnliche Probleme, aber in einem Umstand unterscheiden sie sich alle…beim Verlassen meines Büros, lassen einige die Tür sperrangelweit offen, obwohl sie geschlossen war, als sie gekommen sind…andere schließen die Tür, obwohl sie absichtlich offen gelassen wurde…wieder andere, lassen die Tür halb geöffnet…

Ist es so schwer, sich entweder zu merken, in welchem Zustand sich die Tür befand, als man gekommen ist, oder notfalls zu fragen “Soll ich die Tür schließen?”…wie soll das weitergehen? Das wird uns noch alle ins Unglück stürzen! Stellt euch mal vor, die wären jetzt nicht hier angestellt, sondern auf einem U-Boot…da hätten die nichts zu lachen, wenn da mal einer die “Tür” offen lässt…

George

Zeit…und warum man immer zu wenig hat…

Hallo,

habt Ihr mal verglichen, wie sich eure Zeitwahrnehmung verändert hat, seit ihr klein wart (evtl. sollte ich das auf “jung” ändern, evtl. sind einige von uns auch heute nicht größer als 1,20m ;-) )? Ich habe das gemacht und finde es erstaunlich. Wenn mir als ich noch ein Kind war, jemand gesagt hat, irgendwas dauert noch eine Stunde…”eine Stunde?!? ist der wahnsinnig? was mach ich denn bis dahin?”.

Wenn mir heute einer sagt “In einer Stunde, Meeting mim’ Chef”…”boar…nur eine Stunde…ich muss noch so viel machen, wie soll ich das schaffen?”. Selbst die Wahrnehmung eines Jahres hat sich grundlegend geändert…an 2006 kann ich mich kaum erinnern…kaum war Neujahr habe ich auch schon die Raketen für 2007 angezündet.

Einige werden jetzt sagen, dass liegt an dem schnellen Lebensrythmus, den unsere Gesellschaft praktiziert…aber dann stellt sich die Frage, warum immer alles schnell gehen muss, warum alles immer “sofort” anstatt “gleich” gemacht werden muss, damit bloß keine Zeit verloren geht?

George

Hallo,

soeben hat mich ein Artikel des CCC angesprungen, am Samstag den 14. April findet in Frankfurt am Main eine Demo gegen die “ausufernde Überwachung durch Staat und Wirtschaft” statt, welche durch zahlreiche Datenschutz- und Menschenrechtsorganisationen unterstützt wird.

Enden soll der Protestmarsch vor der Paulskirche, wo dann unter anderem Persönlichkeiten wie padeluun und Bettina Winsemann (alias Twister), welche regelmäßig Artikel bei Telepolis veröffentlicht, noch Ihren Senf zum Thema geben werden.

Die Demo-Homepage verwendet ein Joomla! als CMS…alleine schon desshalb sind sie mir symphatisch ;-)

Ob ich mich am Samstag so aus dem Bett quälen kann, dass ich um 15:00 in FFM bin, kann ich nicht sagen, eigentlich kann ich garnicht sagen, ob ich zu der Demo will…bringt eine Demo Veränderung, oder ist das Ganze ein Auflauf von geeks und Datenschützern…und nicht mehr?

Dass sich jetzt einer oder mehrere der Machtinhaber denken “oh nein, schaut mal da, die machen ‘ne Demo, stoppt den Bundestrojaner, stoppt die Vorratsdatenspeicherung, wir sind erledigt!” ist eher unwarschenlich…evtl. sollte man trotzdem hingehen…schon aus solidarichen Gründen. Ich bin unentschlossen.

George

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